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Metamorphose

Es war einmal im November in einer Stadt namens Bielefeld, wo außer der verführenden Stimme des Schicksals diverse Frankfurter Studis sich für eine Austragung einer KIF im Sommer des Jahres der Herrin 1994 in Frankfurt am Mayne aussprachen. ,,Wenn nicht jetzt, dann nie wieder¡`, konnte man sie klagen hören, wie so viele, wenn nicht gar alle anderen vor ihnen. Auch später redeten sie, träumten von hehren Zielen, nicht minder hehren Aufgabenstellungen, redeten, diskutierten, träumten. Und wenn sie nicht gestorben sind, träumen sie noch heute.

So weit das Märchen.

In der Realität - von der in anderem Zusammenhang noch zu berichten sein wird - fand eine denkwürdige Personenverwandlung und -vereinigung statt, ganz zu schweigen von der Ziel- und Aufgabenreduzierung auf die für Euch lebensnotwendigen Dinge: So ziemlich alles wurde von anderen Menschen erledigt, als es zu tun einst versprochen wurde. Das gilt bis auf einzelne Ausnahmen für die ganze KIF, die hier dokumentiert werden soll. Namentlich blieb (ohne zu übertreiben) das meiste an Claudia B. aus H. hängen, der ich an dieser Stelle aufrichtigen Dank für ihre Mühe und, vor allem, für ihre Geduld mit Euch wie mit uns noch weit im Vorfeld aussprechen möchte.

Doch Halt!, o Herrin!, bevor ihm itzo gar garstigere Dinge entfahren, schließe mir meinen ungezogenen Mund!

Perspektiven der Hochschulpolitik

Die hochschulpolitische Diskussion scheint in der Vorwahlkampfzeit etwas abgeflaut zu sein. Nichtsdestotrotz ist für Studierende eine Auseinandersetzung mit den gängigen Vorschlägen zu einer Studienstrukturreform unabdingbar. Dabei ist jedoch nicht zu übersehen, daß alle diese Vorschläge erhebliche Mängel aufweisen und die Diskussion erheblich verkürzen. Jenseits der Frage, ob die veröffentlichten Vorschläge zur Hochschulreform funktional sind im Sinne der ,,Bewältigung der Hochschulkrise`` läßt sich feststellen, daß von den BetreiberInnen dieses Ansatzes die Krise in Form von zuvielen StudentInnen und zuwenig Mitteln wahrgenommen wird.

Hochschulstrukturreform wird fast ausschließlich verkürzt zur Studienstrukturreform. Man bezieht sich sich im Verlauf der Diskussion auf vergangene Diskussionen und Reformvorschläge, aber die vielzitierte Floskel von der Neuordnung der Hochschulen bezieht sich nicht auf die Frage, wie denn eine veränderte Hochschule in einer sich wandelnden Gesellschaft aussehen sollte. Unter dem Stichwort ,,Hochschulen und Gesellschaft`` tauchen dann vielleicht noch der EG-Binnenmarkt und der Mythos der rohstoffarmen und auf ,,Humankapital`` angewiesenen Bundesrepublik Deutschland auf. Die Rolle der Hochschulen bei der Entwicklung gesellschaftlicher Perspektiven und die dazu notwendigen strukturellen Veränderungen werden jedoch nicht thematisiert. In Anbetracht der aktuellen gesellschaftlichen Situation mit einer Vielzahl offenkundiger Krisensymptome ist um so erstaunlicher, daß die Debatte um die Neuordnung der Hochschulen fast vollständig losgelöst vom gesellschaftlichen Kontext stattfindet. Die Reduktion der hochschulpolitischen Diskussion auf technokratische Eingriffe zur Steigerung der Effizienz (ausschließlich als Verbesserung des Input/Output-Verhältnisses gedacht) der Hochschulen erscheint in diesem Zusammenhang fragwürdig. Der Ausgangspunkt der hochschulpolitischen Diskussion mus neu bestimmt werden, wenn Antworten auf die drängenden Fragen gefunden werden sollen. Als lesenswerte Ansätze bieten sich ,,Risiko Wissenschaft`` (Egon Becker, Peter Wehling) und ,,Entstaatlichung und Veröffentlicheung`` (Michael Daxner) an. Hier wird der Versuch gemacht, die Rolle von Hochschule in der Gesellschaft durch eine neue, ökologische Zielbestimmung zu definieren.

Hier soll nicht auf Details der beiden Texte eingegangen werden, lesen wird angeraten. Beiden Texten gemeinsam ist der Versuch, die Ausgangsposition fur die geführte Debatte zu verschieben. Nicht die Effizienzsteigerung in einem ökonomischen Sinn steht im Vordergrund, sondern eine Neubestimmung des gesellschaftlichen Auftrags von Hochschule. Deutlich gemacht wird das am Beispiel der ökologischen Krise. Fertige Lösungen können jedoch weder Becker/Wehling noch Daxner präsentieren. Dennoch erscheinen die dort vorgebrachten Überlegungen als sinnvoller Ansatz, die Diskussion um eine Neustrukturierung der Hochschulen neu aufzurollen. Insbesondere von studentischer Seite muß in diese Diskussion stärker als bisher eingegriffen werden. Solange sich studentischer Protest nur auf die Verteidigung des Status Quo beschrankt, erscheint es aussichtsslos, tatsächliche Veränderungen der Hochschulen zu bewirken. Auf die drängenden Fragen nach hochschul- und gesellschaftspolitischen Perspektiven gibt es keine Antworten. Vielleicht mag das daran liegen, daß die falschen Fragen gestellt werden

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