KIF540:Resolutionen/Resolution gegen die Exzellenzstrategie des Bundes
Die 54,0. Konferenz der deutschsprachigen Informatikfachschaften schließt sich der folgenden Resolution der Zusammenkunft aller deutschsprachigen Physik-Fachschaften (ZaPF) [1] vom 17.05.2026 an.
Resolution gegen die Exzellezstrategie des Bundes[Bearbeiten]
Hinweis: Wurde vom ZaPF-Plenum[2] bereits inhaltlich beschlossen, eine redigierte Fassung folgt noch durch die ZaPF.
Anlässlich des laufenden Vergabeverfahrens der „Exzellenz“strategie mit Verkündung im Oktober äußert sich die ZaPF erneut kritisch zur „Exzellenz“stategie des Bundes und der Länder [3].
Die „Exzellenz“strategie steht einer flächendeckenden Ausfinanzierung der Hochschulen entgegen. Sie fördert weiterhin Konkurrenz statt Solidarität zwischen verschiedenen, aber auch innerhalb von Hochschulen (s. Resolution zur „Exzellenz“initiative III [4]).
Allgemein ist die ‚Exzellenz‘allein kaum wirtschaftlich tragbar, insbesondere bei näherer Betrachtung, da die Gelder starke Abhängigkeiten schaffen:
Sie selbst decken meist nur direkte Kosten; benötigte Infrastrukur und weitere Lohnkosten müssen die Hochschulen häufig selbst tragen. Jeder zusätzlich eingenommene Euro verursacht dazu bis zu 80 Cents Folgekosten [5].
Nach dem Auslaufen der Gelder muss die Weiterfinanzierung auf Kosten der Grundmittel, aus denen auch die Lehre finanziert wird, erfolgen.
Damit werden an den demokratischen Gremien vorbei viel mehr Grundmittel in Hinterzimmern dauerhaft umverteilt, als mit dem Exzellenzstatus einhergehen. Tatsächlich ist dies auch erklärtes Ziel aller von Bundesregierung und EU aufgelegte Drittmittelprojekte. Und obendrein verschlechtern sich die Kampfbedingungen der Hochschulen für eine ausreichende Bildungsfinanzierung.
Es bleibt also nur, dem Drittmittelversprechen hinterherzulaufen und mithilfe des „Exzellenz“status weitere Drittmittel einzuwerben, was die Wissenschaftsfreiheit stückweise aushöhlt und exakt die gleichen Probleme mit sich bringen.
In dem großen Konkurrenzkampf zwischen den Hochschulen um die Gelder und Status der „Exzellenz“ priorisieren die Hochschulen die Ausgestaltung des Weges der „Exzellenz“begehung, statt den teils offensichtlich prekären Zustand der Gebäude zu verbessern. Dieses Schauspiel muss ebenfalls finanziert werden.
Studierende werden instrumentalisiert, um für diese Inszenierung eines regelrechten Theaterstücks durch detaillierte Ablaufpläne Studierendenerfahrungen vorzutäuschen. Das zeigt, dass es sich weniger um Überzeugendes als um eine Schaumschlägerei bei Modethemen handelt.
Für die Studierenden bringt die „Exzellenz“ kaum Vorteile. Sie bezieht sich allein auf die Forschung, eine aktive Verbesserung der Lehre bringt sie allerdings nicht. Der allgemeine Vorteil für die Hochschulen ist ebenfalls unklar.
Aus Erfahrungsberichten geht hervor, dass der „Exzellenz“status einer Hochschule den Anspruch der Lehrenden an die Studierenden im bundesweiten Vergleich erhöht, während die Qualität der Lehre unverändert bleibt.
Es entsteht Konkurrenz statt Solidarität. Auch Wissenschaftlerinnen und Hochschulen kämpfen untereinander um limitierte Gelder, anstatt gemeinsam für eine dauerhaft ausreichende Grundfinanzierung einzutreten.
Dies schadet nicht nur der wissenschaftlichen Kooperationen, sondern teilt auch die Hochschulen in 2 Klassen auf.
Daher fordert die ZaPF alle Hochschulleitungen, Fachschaften, ASten und andere Hochschulgruppen dazu auf, sich gegen die sogenannte „Exzellenz“initiative und für eine bedarfsdeckende Grundfinanzierung einzusetzen.