KIF530:Austausch über Lehramt

Aus KIF

AK Lehramt[Bearbeiten]

(Leitung: Gina, Paderborn)

Vorstellungsrunde mit Themenwünschen[Bearbeiten]

Alle sagen, wer sie sind und was sie studieren.

Themenwünsche:

  • duales Studienmodell
  • ab wann darf man als Lehrkraft arbeiten?
  • gemeinsame Veranstaltungen mit Fachstudierenden (Info und Mathe)
  • Gewichtung Fachwissen bei Didaktik-BKs (ausgeklammert, nur zwei Menschen mit Erfahrung)
  • Didaktikstruktur im Institut/in der Fakultät; wer gibt die Mathelehre
  • Vor- und Nachteile Bachelor-Master-System für Lehramt (statt Staatsexamen)
  • Wahlpflichtbereich im Lehramtsstudium
  • Lehramt in Fachschaft integriert?

Lehramt in Fachschaft integriert?[Bearbeiten]

12 (anwesende) Fachschaften mit Integration, Österreich ohne. Bonn: Fachschaften können sich das aussuchen. Alle Lehramtsstudis werden sowohl Lehramtsfachschaft als auch meistens den Fach-Fachschaften zugeordnet. Es ist nicht immer klar, ob das rechtlich geht. Bei Bezuschussungsfragen in Würzburg werden Lehramtsstudierende als "halbe Menschen" gezählt. Bonn: bei mehreren Abschlüssen ist man auch beiden zugehörig. Das Wahlrecht liegt nur in einer Fachschaft (so ist es auch in Paderborn). Dresden: Man ist erst einmal in der Fakultät Lehramt, für Wahlen und co. kann man sich umtragen lassen.

Frage: Welche Vorteile hat die doppelte Betreuung? Antwort: In Berlin gibt es ein Kernfach, das etwas mehr gewichtet ist. Für Wahlen ist die doppelte Betreuung nützlich, weil die sozialen Kontakte nicht immer den offiziellen Zuschreibungen entsprechen. Eine aufgeteilte Zuordnung ist sinnvoll für die Repräsentation in den verschiedenen Bereichen. Die Fachbedürfnisse sind nicht unbedingt in der Lehramtsfachschaft bekannt. Würzburg: AK Lehramt vertritt alle Schulformen. Zuordnung hilft bei ausgewogener Zuweisung von Studienzuschüssen. Im Staatsexamensystem (ohne Akkreditierung) muss die Fachschaft die Qualität kontrollieren. Bremen: Lehramts-StugA löst sich alle zwei Jahre auf und gründet sich neu. Bachelor als Zwei-Fach-Bachelor mit Lehramtsoption (für Flexibilität zum Master hin) ist sehr fachwissenschaftlich. Freiburg (Breisgau): Bachelor auch fachlich, dann M.Ed. Evaluationen sind nicht gut, daher ist das Verantwortungsgefühl bei den Fach-Fachschaften gut, damit kontrolliert wird, wie die Lehre ist Jena: Lehramtsstudis werden in der Lehre oft vergessen. Das Lehramtsreferat guckt dann mit diesem Fokus drauf. Bei den Wahlen ist man eingeschränkt, weil man sich auf ein Fach festlegen muss.

duales Studienmodell[Bearbeiten]

In Freiburg gibt es eine Probephase für einen dualen Lehramtsmaster. 2 Jahre, verkürzt das Ref, ist bezahlt. Man braucht einen Fachbachelor in Physik/Informatik (o. ä.) (also nicht offen für Lehramtsbachelorstudierende). 5 Bewerbungen auf 20 Plätze im ersten Jahr. Man bekommt dann Mathe-VLs und BiWi im Schnelldurchlauf.

Es ist vergleichbar mit einem Quereinstieg mit unterstützendem Studium. Frage: Wie funktioniert der Praxisbezug? Wie ist es mit Methodik, Betreuung...? Antwort: Man ist tageweise während des Semesters an der Schule. Man weiß nicht so viel, weil es so neu ist und schnell eingeführt wurde.

Berlin mit Ein-Fach-Master ist ähnlich: nicht dual, aber man bekommt Fachdidaktik im Schnelldurchlauf, macht das Referendariat und dann ist man Lehrkraft.

gemeinsame Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Grundlagenveranstaltungen der Mathematik sind häufig gemeinsam für das Gymnasiallehramtsstudium und das Fachstudium, aber nicht immer. Bei Informatik sind die größtenteils gemeinsam.

Sollten die Veranstaltungen gemeinsam gehalten werden?

  • Es bringt nichts für die 0815-Stunden, aber ist sehr nützlich für interessierte Schüler\*innen, die vertiefende Fragen haben. Das "W-Seminar" in Bayern erlaubt es, vom Lehrplan losgelöst Arbeiten zu Vertiefungsthemen zu schreiben. Wenn da ein Schüler mal was über Galoistheorie schreibt, sollte man das als Lehrkraft verstehen können.
  • in Berlin ist alles getrennt (nur in einem kleinen Bereich im Master ist es gemeinsam). Man kann sich Mono-Fach-Module auch anerkennen lassen. Die Abbruchquoten im Lehramt deuten an, dass die Trennung gut für die Studienfortführung ist.
  • Jena: Mathestudium ist größtenteils getrennt. Vermutung: Sonst wären die Abbruchquoten höher. In Info ist fast alles gemeinsam, dort passen die Module aber gut zum Informatiklehramt. Die Trennung kommt dann vielleicht erst später, das ist aber wegen der Studierendenzahlen nicht sinnvoll und weil momentan eine gute Passung zwischen Inhalten besteht.
  • Dresden: LinA, Ana gemeinsam bis 2023. Danach Entkoppelung. Im Wahlbereich macht man dann noch ein Mathebachelormodul. Sonst ist viel ähnlich, mit geringerem Umfang, weniger komplexen Beweisen, einfacheren Übungsaufgaben. Das hat wohl die Quote der Weitermacher erhöht.
  • Zwei-Fach-Bachelor... Vorteile: Man kann danach mit Nicht-Lehramt weitermachen. Dafür war Fachwissenschaft praktisch. Aber: Es ist Unsinn, wie viel Fachwissenschaft gefordert ist. Das ist in der Schule nicht mehr anzuwenden. Außerdem ist die Didaktik nicht gut. Und viele Leute brechen ab (2/3 oder so).
  • Dazu: In Bayern im G9 Vertiefungskurs gibt es komplexe Zahlen :)
  • In den Fachschaften sind nur wenige Lehramtsstudis. Die werden dann nicht richtig vertreten.
  • Es braucht nicht die tiefsten Fachkenntnisse, um Lehrkraft zu werden, man könnte Module kürzen
  • Lehrkraft sollte das Fach repräsentieren, dafür ist tieferes Fachwissen nötig als in der Schule unterrichtet wird. Die "Warum"-Fragen, die Abstraktion erfordern, sollte man beantworten können.
  • Lehrämter brauchen einiges, was fürs Fach uninteressant wäre. Im Kollegium existieren oft zwei Gruppen (hohe Fachlichkeit, geringe Fachlichkeit), der Spalt dazwischen sollte irgendwie gefüllt werden.
  • Wahlpflichtmodule sind manchmal komisch: LinA2 vor LinA1 hören. Fehlende Vorkenntnisse sind schlecht. Man kann Modulhälften hören, das bleibt dann unvollständig. Wenn das Modulhandbuch von den Profs nur als Empfehlung verstanden wird, führt das zu Problemen beim Übergang (z. B. Ana1 zu Ana2). Ausgleichsangebot: Mehr VL-Stunden für Lehramt
  • Man muss als Lehrkraft auch nicht jede Frage sofort beantworten, daher ist es okay, wenn man nicht das gesamte Fachwissen hat
  • Die Zusammenlegung verhindert, das Lehrämter Fachwissen ansammeln, weil sie nur "mitgezogen" werden, statt dass eigene Bedürfnisse bedacht werden. Das macht das Studium stressig. Eine Trennung würde eine höhere Passung für Lehramtsstudis ermöglichen.
  • Gegen die Trennung spricht: in Würzburg gibt's mehr Lehramtsstudis und die Mathematikstudis brechen häufiger ab. Ohne Zusammenlegung gibt's den Mathematikstudiengang vielleicht nicht mehr.

Versuch einer Zusammenfassung: Bachelor- und Lehramtsstudis kann man schon gemeinsam in eine VL tun, aber die Module sind ungeschickt angelegt, sodass der Fokus nur auf dem Fachstudiengang liegt.

  • Widerspruch: Es geht auch um den Inhalt. Lehramtsstudis sollten mehr lernen, die Inhalte zu erklären, und mehr Anwendungen kennenlernen.
  • Es ist ein Mismatch, dass die Lehramtsstudis nicht der Fokus sind, auch wenn sie 100 / 130 Teilnehmende stellen. Eine fachliche Qualifikation ist wichtig, aber andere Kompetenzen (Didakti) bleiben momentan auf der Strecke. Es sollte eine Trennung geben und weniger fachwissenschaftliche Veranstaltungen

Fazit[Bearbeiten]

Wir werden weiter darüber diskutieren.

weitere Notizen[Bearbeiten]

Vieles konnte aus Zeitgründen nicht besprochen werden. Es gab eine Referenz auf einen alten KoMa-Beitrag zum Thema "gutes Lehramtsstudium". Wann war der?

Vor- und Nachteile Bachelor-Master-System für Lehramt (statt Staatsexamen) wurden danach "privat" besprochen.

Sitzung 2[Bearbeiten]

Ab hier geht es nur noch um das Lehramtsstudium mit dem Fach Mathematik! Themen:

  • Schwierigkeit des Studiums, Studienabbruch
    • wird jetzt nicht so direkt besprochen
  • Lehrermangel
    • es gibt Fächerkombinationen, wo es mehr Leute als Stellen gibt
    • in Berlin: HU bildet nur einstellige Anzahl Lehrkräfte pro Jahr in der Informatik aus, da sind Personenanzahlen das Problem und nicht Stellen
    • Vertretungsstellen mit Studierenden besetzt über alle Schulformen hinweg
  • Diskussion über die Informatiklehramtreso
    • Es gibt Kritik an dem Satz mit "Bezahlung -> Wirtschaftsjob"
    • Es gibt Kritik an der Unschärfe des Punktes "reduzieren, wie viele Veranstaltungen gemeinsam mit Nicht-LA-Studis gehört werden"
      • in Bayern wird in der Allg. LA-PO geregelt, welche Themen behandelt werden müssen
  • Philologenverband fordert Staatsexamen statt Ba-Ma (u.a. wegen Befürchtung von verlängerter Studiendauer)
  • Es gibt mehr Didaktik im Ba-Ma System als im Staatsexamen
  • + unterschiedlich je nach Land / Uni, wie viel fachspezifische Didaktik es gibt usw.
    • einige Fachveranstaltungen sind auch aufs Lehramt ausgerichtet und mit Schulbezug (z.B. Stochastik in Göttingen)
    • nach dem Staatsexamen gehen auch recht viele in die Wirtschaft

gemeinsame VLs mit Fachstudis[Bearbeiten]

  • kurzer Recall: im nicht-vertieftem Bereich in Bayern gibt es LA-only-Veranstaltungen (also zB für Leute, die Mathe nicht vertiefen)
  • Göttingen: erst gemeinsame Veranstaltungen, danach kann man auswählen, ob man die LA- oder Fachmono-Veranstaltung besuchen möchte. neu: 1. Sem. AGLA1 + "Grundzüge der Algebra". Hat wohl nicht gut funktioniert
    • Unterbrechung wegen Rahmensprengung, wir wollen nicht Spezifika diskutieren.

Reihenfolgenvorschlag

  • Ziele eines Lehramtsstudiums
  • Zweck von Fachvorlesungen im Lehramtsstudium
  • Meinungen zu gemeinsamen Veranstaltungen mit Fachstudierenden

Ziele des Lehramtsstudiums[Bearbeiten]

mit dem Ref zusammen: das Handwerkszeug erhalten haben, danach zu unterrichten. Das erfordert Methodiken zur Vermittlung und fachliche Sicherheit. Das Studium sollte das Fachliche abdecken, das Ref den methodischen. Der theoretische Teil der Methodik kommt im Studium vor, einige Praxis in den Refs

bereits im Bachelor sollte man Vermittungskompetenzen gelehrt bekommen, um Passung des Berufs zu erkennen. Das Studium sollte eine Selbstreflexion über die Eignung anregen.

  • Dafür gibt es auch Praktika. An einigen Unis gibt es dabei die Forderung, eine bildungswissenchaftliche Arbeit zu

Der Aufgabenumfang einer Lehrkraft sollte schon im Studium vermittelt werden. Kursangebote im Studium für solche Soft Skills? Auch sinnvoll, weil man bereits beim Übertritt ins Ref wissen sollte, wie so etwas geht, und ob man für solche Aufgaben geeignet ist.

Das Lehramtsstudium sollte auch eine Erkundung über den Horizont hinaus anregen (NRW: Berufsfeldpraktikum, Arbeit woanders...)

BiWi: aktuelle Inhalte sollten vermittelt werden, nicht einfach nur "welche aus dem 18. Jh.". Zu wissen, woher das Fach kommt, ist aber auch wichtig zur Erklärung des Ist-Zustands.

Es sollte praktische Elemente im Studium geben. Außerdem sollte ein Austausch mit Lehrkräften ermöglicht werden, um den Studium-Schule-Bezug zu stärken. Vielleicht sollte es in einer kleinen Gruppe alle paar Monate einen Austausch mit Lehrkräften geben. Das in eine Univeranstaltung zu pressen, ist aber schwierig.

Es sollte Didaktikprofessuren geben. Diese sollten nicht vakant bleiben. Diese sind wichtig als Ansprechpersonen für LA-Studis, für die Lehre, Einfluss in der akad. Selbstverwaltung

Kurzfassung:

  • problemsloser Berufseinstieg nach dem Studium
    • fachliches und methodisches Wissen
  • Bachelor soll Selbstreflexion zur eigenen Eignung ermöglichen
  • Aneignung notwendiger Softskills (und auch Aufklärung, was notwendig ist) durch Kursangebot ermöglichen
  • aktuelle, relevante Theorien in der Fachdidaktik
  • praktische Erfahrungen sammeln, ab und an Austausch mit "Experten" (Lehrkräften)
  • Fachdidaktikprofessuren sollten besetzt werden. Es sollte pro Fach mindestens eine solche geben.

Argumentesammlung zu gemeinsamen Veranstaltungen mit Fachstudierenden[Bearbeiten]

pro und contra bezieht sich auf: gemeinsame Veranstaltungen mit Fachstudis. In einer Zeile stehende Dinge beziehen sich auf zwei Seiten eines einzelnen Aspekts.

Pro Contra
Ermöglichung der Einnahme eines höheren Standpunktes. Man bekommt Sicherheit im Unterrichten, wenn man mehr als SuS weiß. Stimmt das? Hat man wirklich mehr Wissen? Es ist schwierig zu kontrollieren, was genau gelernt wird.
Schul-Lehrinhalte können sich ändern Man kann alles, was man vermitteln soll, durch das Abitur, es ist eine lehramtsspezifische Vertiefung wichtig
in LA-bezogenen VLs lernt man oft deutlich weniger als in den gemischten. Die Genauigkeit und Korrektheit der vermittelten Inhalte ist besser gesichert. Vertiefte VLs können für LA-only sein, dann gibt's auch etwas mehr als Oberfläche, aber trotzdem angepasste Lehre. Vielleicht liegen Unterschiede in der Qualität nicht am Gemischt/Einzeln, sondern an der konkreten Umsetzung
Es sollten Schulbezüge in der Lehre hergestellt werden, das geht in LA-only-Veranstaltungen deutlich einfacher
LA-Studis werden in gemischten VLs teilweise schlecht behandelt, das gilt es zu verhindern
durch andere Studienverlaufspläne werden (nicht gewährleistete) Voraussetzungen erwartet ("wie ihr aus X kennt"; X kommt im Fachstudium vor, nicht im LA)
Bei SE wird mit Leistungspunkten (für eine Veranstaltung) herumgespielt, damit die Dinge passen. In echt wird dadurch der Workload erhöht.
Wichtige Studieninhalte für LA gehen unter, wenn auch die Fachstudi-Anforderungen gedeckt werden müssen und diese dann priorisiert werden
An kleinen Unis würde der Mathestudiengang verloren gehen, wenn nicht mit LA-Studis aufgefüllt wird Das könnte man aber auch invertieren! Mathstudis in LA-Fokus-VLs setzen
Doppelstudium (LA studieren und das Fach) ist einfacher, mehr Durchlässigkeit. Durchlässigkeit auch in beide Richtungen! Matheleute zu LA konvertieren einfacher, statt LA mit Fach weitermachen auch Lehramtsfokus und "Lehramt fertig machen" durch LA-Fokus-VLs könnte zu mehr LA-Abschlüssen (und dabei bleiben) führen. Mehr Bindung an Lehramt bei LA-Fokus
Gelder fürs Lehramt sollten für Lehramtsdinge ausgegeben werden, statt in gemischte Veranstaltungen gesteckt zu werden


Zusammenfassung[Bearbeiten]

Mehrwert der LA-Fokus-VLs, wenn es gut gemacht ist. Es darf nicht fachlich abfallen, es darf kein mathematischer Unsinn passieren. Es sollte Schulbezug geben. Der Workload würde nicht für Punktezählungen künstlich hergebastelt werden, sondern wäre passend.

Die Fachwissenschaftler sollten solche Veranstaltungen geben. In der Planung der Veranstaltung sollte es Kommunikation mit der Didaktik geben, sodass Schulkontexte eingebunden werden können. Beispiele sollten anwendungsbezogener, schulbezogener ... gewählt werden. Konzepte könnten mit Blick auf die Schule und Welt motiviert werden

vielleicht auch eine Veranstaltung, in der das meiste vom Fachpersonal gehalten wird, aber eine Kooperation mit der Didaktik besteht. Entweder in der Vorbereitung oder in Dozentur. Auch in der Studienfachkommission könnte so etwas kooperativ geplant werden.

Resobedarf auf der nächsten KoMa[Bearbeiten]

aus der Zusammenfassung (und allem) sollte eine Reso gebastelt werden, dass es LA-only/Fokus Veranstaltungen geben sollte, die die Fachlichkeit wahren und einen LA-Fokus ermöglichen. Gehalten werden sollten sie aus der Fachwissenschaft heraus, aber mit einer Didaktikkooperation.