KIF495:Umgang mit Abschlussarbeiten: Bearbeitungszeiten, Betreuung, Vergabe der Themen

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Umgang mit Abschlussarbeiten

Bearbeitungszeiten, Betreuung, Vergabe der Themen

Agenda

  1. Vorstellungsrunde: AK Erwartungen
  2. Bericht: Situation bei euch
  3. Diskussion: Probleme & Konzepte
  4. Selbsthilfe: Gute Abschlussarbeiten finden

1. Vorstellungsrunde: AK Erwartungen

  • TU Darmstadt
  • Uni Tübingen
    • will klären wie Industrieabschlussarbeiten gefunden werden können
  • Uni Ulm
    • sollte nächstes Semester die Bachelorarbeit schreiben und möchte sich Hintergrundinformationen holen
  • Uni Ulm
    • will seine Masterarbeit schrieben und braucht ein interessantes Thema
  • Uni Freiburg
    • Hochschulpolitischer Aspekt
  • Uni Ulm
    • will nächstes Semester seine Bachelorarbeit schreiben
  • Uni Tübingen
    • interessiert wie Abschlussarbeiten an anderen Unis laufen, besonders an Firmen

2. Bericht: Situation bei euch

  • TU Darmstadt
    • Jedes Fachgebiet hat einen unterschiedlichen Umgang mit Abschlussarbeiten
      • vielleicht steht das auf der Website, manchmal auch nicht
    • Teilweise gibt es Probleme
  • Uni Tübingen
    • Finden von Abschlussarbeiten läuft über Kontakt zum Professorium.
      • Lehrstühle schreiben teilweise Themen aus, Listen sind aber nicht aktuell.
      • Man kann auch direkt mit Promovierenden reden.
    • Der Fachbereich ist gewachsen und es gibt einen coronabedingten Rückstau
    • Es gibt sehr viele ML-Professuren. Die Professuren, die Bachelor-Lehrveranstaltungen anbieten, sind komplett überlaufen.
    • Der Umgang mit Abschlussarbeiten ist von Lehrstuhl zu Lehrstuhl ist sehr unterschiedlich.
  • Uni Ulm
    • Eindruck, dass jedes Institut einen eigenen Weg geht.
      • Mal muss man sich bei Profs melden.
      • Es gibt Websites, die aber nicht immer aktuell sind.
      • Q: Was bedeutet Institut?
        • A: Ein Institut besteht i.d.R. aus zwei Lehrstühlen. Z.B. Neuroinformatik, Datenbanken, …
  • Uni Freiburg
    • Unterschiedlicher Umgang
    • Teilweise wird mehr gefordert, als die ECTS hergeben.

3. Diskussion: Probleme & Konzepte

Ablauf von Abschlussarbeiten

  • Wie werden Abschlussarbeiten vergeben?
    • Einfach zum Prof hingehen und man bekommt eine Abschlussarbeit
    • Man redet darüber.
    • Leute mit guten Noten werden manchmal auch direkt angesprochen
    • Vitamin B
  • Müssen Leute Proposals schreiben?
    • In Ulm an manchen Instituten, sonst häufig nicht.
    • In Darmstadt in einigen Fachgebieten schon, meistens nicht.
      • Manchmal muss auch ein Lebenslauf oder ein Notenspiegel eingereicht werden.
    • Proposals müssen nicht schlecht sein, weil dadurch ein Rahmen gesteckt wird.

Arbeitsaufwand

  • Teilweise bieten Lehrstühle an, die Arbeit schonmal anzufangen und erst später anzumelden.
    • Das wird von einigen als studifreundlich wahrgenommen, führt aber dazu, dass mehr Arbeit geleistet werden muss.
    • Unterschiedlich zwischen Fachgebieten
      • Teilweise wird das Thema erst mit der Öffnung des Umschlages bekanntgegeben.
      • Teilweise muss anderthalb Jahre vorgearbeitet werden
    • Das sollte zwischen Betreuung und Studis abgestimmt werden.
      • Die Studis müssen sich dazu selbst einschätzen können.
    • Perfektionismus oder Motivationslosigkeit können dazu führen, dass die Arbeit erst sehr spät fertig wird.
    • Es sei eine gute Lösung, einen Monat Einarbeitungsphase zu geben, bevor das Thema angefangen wird.
      • Die Einarbeitungsphase ist schon in der Arbeitszeit eingeplant.
  • Bei einer Bachelorarbeit geht es weniger um wissenschaftliches Erarbeiten, als darum zu zeigen das Thema verstanden zu haben und Studierende auf ein bestimmtes Niveau zu heben
  • Oft läuft viel an den Profs vorbei.
  • Die Studis müssen darüber informiert sein, dass der Arbeitsaufwand begrenzt ist.

Abschlussarbeiten in der Industrie

  • An Hochschulen sei es eher gewünscht Abschlussarbeiten extern zu schreiben, an der Uni eher nicht, weil das für den Prof mehr Arbeitsaufwand wäre.
  • Abschlussarbeiten in einer Firma dürfen teilweise nicht entlohnt sein.
    • Das ist eine uniweite Richtlinie.
    • Bezahlung sei laut Uni unfair gegenüber Studierenden, die Forschungsthemen bearbeiten.
    • Es gibt Rechtsauffassungen, die sagen, dass man für Arbeiten, für die ECTS vergeben werden, kein Geld bekommen darf
    • In der Industrie wird meist mehr gefordert, als im Rahmen der Abschlusarbeit liegen.
    • Durch Bezahlung entstehe ein Abhängigkeitsverhältnis.
    • Studierende könnten als billige Arbeitskraft ausgenutzt werden.
    • Manche Firmen machen das aus versicherungsrechtlichen Gründen garnicht ohne Bezahlung.
    • Manchmal sind die Leute bei der Firma angestellt und haben noch andere Aufgaben.
    • Die Bezahlung ist oft unter Mindestlohn.
    • Bei unbezahlten Arbeiten sei unklar wem die Arbeit nachher gehört.
  • Es gab sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen.
    • Die Firma hatte die Policy, dass eine Abschlussarbeit nicht länger als 6 Monate dauern darf.
    • Der Topf aus dem das Geld kam, war für internes Experimentieren gedacht. Dann ist der Druck geringer, dass in die üblichen Betriebsabläufe hineinzupressen.
      • Nachteil: Leute in der Firma kennen sich meistens nicht so gut aus, sondern wollen ihr eigenes Wissen durch das Projekt aufbauen. Die Betreuung an der Uni sollte dann Ahnung haben.
  • Viele Studis machen auch nur eine Abschlussarbeit, um danach in die Industrie zu gehen. Schade, wenn Unis Zusammenarbeit mit Firmen verweigern.
  • Wie sieht es mit NDAs (Non-Disclosure-Agreements) aus?
    • Man unterschreibt, dass firmeninterne Infos nicht weitergegeben werden. Dadurch ist die Arbeit dann nicht öffentlich.
    • Manchmal kann die Bachelorarbeit open-source werden.
    • Es gibt auch außerhalb von Firmen NDAs.
    • Die Arbeiten haben dann einen Sperrvermerk, um der Firma die Möglichkeit zu geben in Richtung Patent zu gehen.
    • Es gibt ein paar Fragen, auf die man sich einstellen muss, z.B. ob man einen Vortrag halten kann und wer dann da hingehen darf.
    • Die Fachstudienberatung oder Rechtsabteilung der Uni haben Ahnung davon. Manchmal sind NDAs auch einfach ungültig.
  • Einen Werkstudijob zu haben, kann sehr helfen. Sich nur für die Abschlussarbeit zu bewerben, ohne die Firma zu kennen, birgt ein höheres Risiko.
  • Auch bei HiWi-Jobs gibt es die Gefahr der Ausnutzung. Daher sei es wichtig, Hiwi-Job und Abschlussarbeit klar voneinander zu trennen.
    • Es sei sinnvoll, das zeitlich versetzt oder bei unterschiedlicher Betreuung zu machen.
  • Wie sieht es mit der Versicherung aus?
    • Wenn man für 40 Stunden angestellt ist (auch wenn es dafür kaum Geld gibt) gibt es Probleme mit der Werkstudentenregel bzgl Versicherung.
    • In der Regel wird der Vollstudistatus aber behalten.
  • Eine Bachelorarbeit ist kein wissenschaftliches Paper.

Noten

  • Wenn man für eine Abschlussarbeit eine Note schlechter als 2.0 bekommt, sei das häufig ein Zeichen für Probleme in der Betreuung, wenn Studi fachlich kompetent ist und sich Mühe gibt.
    • Denn: Größere Mängel sollten von der Betreuung vor Abgabe längst kommuniziert sein.
  • Die Studis sollten von den Noten i.d.R. nicht überrascht sein.
  • In der Theorie darf nur die geschriebene Abschlussarbeit bewertet werden
    • Eine vorläufige Version (insbesondere bei Bachelorarbeiten) sollte der Betreuung vorliegen und Feedback gegeben werden.
  • Einige Betreuenden sind sich bei der Benotung extrem uneinig (z.B. 1,3 und 4,0 für die gleiche Arbeit). Da müssen die Erwartungen unterschiedlich gewesen sein.
  • In einer Bachelorarbeit muss die Welt nicht neu erfunden werden.
    • Es reicht aber nicht nur etwas zu implementieren, ohne sich das System auszudenken.
      • Teilweise gibt es aber auch Arbeiten zum Implementieren von Algorithmen plus Testen der Laufzeit o.Ä.
  • Der Erfolg oder Misserfolg der wissenschaftlichen Fragestellung darf keinen Einfluss auf die Note haben.

Betreuung

  • Eine gute Betreuung sei, wenn bei Problemen geholfen wird und Fragen gestellt werden können.
  • Bei Bachelor- und Masterarbeiten sollte von der Betreuung auf den Umfang geachtet werden, da Studis das nicht selbst einschätzen können.
  • Gegenseitige Erwartungen sollten vorher ausführlich besprochen werden.
    • Teilweise werden die Erwartungen erst nachher in der Bewertung kommuniziert.
  • Gespräche wurden oft von Promovierenden ohne Prüfungsberechtigung geführt.
  • Wenn es Fehler in der vorläufigen Version der Arbeit gibt (z.B. nicht richtig zitiert), muss das angesprochen werden.

Fairness

  • Es gibt Lehrstühle, an denen viele Arbeiten geschrieben werden, die Betreuung schlecht ist, aber gute Noten hinterhergeworfen werden.
    • Das hängt manchmal auch von den Studierenden ab. Es gibt Studis, die an anspruchsvollen Lehrstühlen bereits vorhandenes Wissen abrufen und mit wenig Aufwand eine Arbeit schreiben und Studis, die selbst sehr motiviert ist und mehr machen als gefordert wird.
  • Vorwissen ist sehr unterschiedlich, z.B. aufgrund von Interessen in der Jugend, HiWi-Jobs, Karrierewechsel oder unterschiedlichen Studiengängen bzw. unterschiedlich belegten Veranstaltungen.
    • Das muss von den Betreuenden bei der Themensuche beachtet werden.
  • Vorheriger Klärungsbedarf für Vorwissen und Rahmenbedingungen können die Arbeit fairer machen, da der Umfang/das Niveau angepasst werden. So sollten zwischen Betreuenden und Studierenden die Erwartungen/Anforderungen, das Können/Vorwissen, die Zielsetzung bestimmt werden.
  • Wissens-Lücken/Vorwissen zeigen, wie ein Thema auf den Schreibenden/die Schreibende passt. Ehrlichkeit und Offenheit in der Betreuungssituation wirken sich eher positiv aus als negativ.

4. Selbsthilfe: Gute Abschlussarbeiten finden

  • Es geht u.a. darum eine Betreuungssituation zu finden, die auf die eigene Arbeitssituation passt.
  • “Abschlussarbeiten Marktplatz”: Zentrales Einsammeln und Auflisten von Abschlussthemen von Lehrstühlen.
  • Kennenlernen von Themen und Menschen durch Teilnahme und Mitwirkung in Veranstaltungen (Seminare, Praktika) des Lehrstuhls
  • Direktes und unverbindliches Ansprechen
  • Herausfinden wo sich eine in der Betreuung angedachte Person thematisch bewegt, durch das Überfliegen von Seminararbeit, Praktikumsthemen, ggf. auch kürzlicher Arbeit (Titel von Papern)
  • Gemeinsame konkrete Klärung von vorbereiteten Fragen in einem Gespräch um ein Arbeitsthema