KIF405:Safe Space

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Vorarbeit[Bearbeiten]

Definitionen[Bearbeiten]

  • Safe Space hat mehrere mögliche Definitionen:
    • Wikipedia [1]:
      • Ort, an dem speziell Anti-LGBT-Gewalt und -Belästigung nicht geduldet wird und der deswegen einen sicheren Raum für alle bietet, hier speziell auf Schulen bezogen
      • LGBT = Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender
    • Geek Feminism [2]:
      • Ort, an dem marginalisierte Gruppen nicht Mainstream-Stereotypen ausgesetzt sind bzw eine bestimmte gesellschaftspolitische Einstellung Konsens ist
      • auch: abgegrenzter Schutzraum für Angehörige marginalisierter Gruppen
  • unsere Vorstellung (ggf. Ausgangspunkt der Diskussion):
    • nicht Ausschluss von vornherein aufgrund von Gruppenzugehörigkeiten (also nicht z.B. ein Raum nur für Frauen*)
    • Ort, an dem Menschen nicht diskrimierenden oder übergriffige Handlungen oder Äußerungen ausgesetzt sind
    • falls es doch vorkommt, werden jene nicht verteidigt, kleingeredet oder hingenommen, sondern thematisiert und es wird Solidarität mit den Betroffenen gezeigt
    • Menschen werden für ihre eigenen Vorurteile sensibilisiert, aber nicht sofort dafür verurteilt
    • wir halten es aber dennoch für möglich, dass in Härtefällen wiederholt uneinsichtige und/oder schwer übergriffige Menschen gebeten werden, den Raum zu verlassen

Diskussionsthemen[Bearbeiten]

  • Erfahrungsaustausch zur momentanen Situation (kurz halten)
  • Wie stellen wir uns einen Safe Space vor? (Ausgangspunkt kann die Vorstellung oben sein)
  • Wie realisieren wir einen solchen Ort in unserer Ini/Fachschaft? Wie sensibilisieren wir Mitglieder der Gruppe?
  • Wie erreichen wir eine Inklusion Studierender, die von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit betroffen sind?

Ziele des AK[Bearbeiten]

  • Verhaltensrichtlinien und Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Diskriminierung
  • Ideen für visuelle Hinweise im Raum (Sticker an der Tür, Poster im Raum?)
  • Zusammenstellung von Informationen zur Sensibilisierung der Leute

Ergebnisse[Bearbeiten]

Definition eines Safe Space[Bearbeiten]

  • möglichst wenig diskriminierende Handlungen und Aussagen
  • möglichst auch Abwesenheit menschenfeindlicher Haltung (kann schädlich sein, auch ohne konkrete bösartige Aussagen)
  • gegenseitiger Respekt, Rücksichtnahme
    • angenehmes Gesprächsklima
    • nicht sofort jemanden für unüberlegten Kommentar verurteilen
    • aber auch nicht stillschweigendes Hinnehmen oder Kleinreden
  • Ort, an dem sich die Leute wohl fühlen
    • Für alle (d.h. ein Maximum aller Studierender)?
    • Für alle, die sich an die Regeln halten?
    • Als Schutzraum für Angehörige marginalisierter Gruppen
      • Begründung: Safe Space kann ein Gegensatz zur breiteren Öffentlichkeit sein, wo Menschen, die in der Gesamtgesellschaft benachteiligt werden, zur Abwechslung mal nicht diskriminiert werden (d.h. es geht nicht um Luxus, sondern es geht um das, was Privilegierte überall haben und für sie selbstverständlich ist)
      • das heißt, dass Menschen, die diesen Gruppen nicht angehören, sich ggf. mehr Gedanken machen müssen, was sie sagen
      • Inwieweit wird in Kauf genommen, dass jene Menschen sich vor den Kopf gestoßen fühlen?
      • Dürfen Angehörige marginalisierter Gruppen auch mal weniger nett sein?
  • Widerstand gegen Diskriminierung als besondere Verantwortung der im Raum ansässigen Gruppe sehen und das auch kommunizieren

Wortwahl[Bearbeiten]

  • Wörter, die historisch sehr eindeutig negativ aufgeladen sind, sollten von vornherein vermieden werden (z.B. N-Wort, "Schwuchtel" als Schimpfwort)
  • Nicht an konkreten Formulierungen aufhängen und darüber hinweg die Aussage ignorieren
    • Man kann auch mit korrekter Sprache schlimme Dinge sagen und mit nicht ganz korrekter Sprache sehr gute Dinge
    • Wenn sich jemand von einer konkreten Bezeichnung beleidigt/diskriminiert fühlt, sollte dies anerkannt werden
  • Auf suboptimale / verletzende Wortwahl hinweisen / korrigieren
    • ggf Gespräch mit Nichtbetroffenen / Vertrauensperson, aber möglichst nicht ausufern lassen
      • "Sorry" und Wortwahl in konkreter Situation ändern reicht erst mal
    • Angebote zum weiteren Informieren schaffen
  • Auch, wenn keine betroffenen Menschen anwesend sind, darauf achten

Verhaltensrichtlinien[Bearbeiten]

  • wichtig: immer situationsbezogen anwenden, nicht die Sache über den Menschen stellen
  • Problematisches Verhalten ansprechen und nicht stillschweigend akzeptieren
  • ggf kurz erklären, was daran problematisch war
    • wichtig: genug Leute da haben, die bereit sind, es zu erklären und noch nicht ausgebrannt sind
    • sich idealerweise nicht auf endlose Diskussionen einlassen, sondern ein "Ok, sorry, tu ich nicht wieder" akzeptieren
  • Wenn einsichtig: kein Problem
  • Wenn uneinsichtig: deeskalieren, ggf diskutieren
    • aber: nicht unendlich Ressourcen da reinstecken
    • alternative Strategie: total Uneinsichtige "totschweigen", d.h. nicht mit ihnen reden, bis sie von selbst gehen
      • Nur anwenden, wenn allen klar ist, dass das Verhalten nicht akzeptiert wird
  • Im äußersten Notfall: Person bitten, den Raum zu verlassen
    • ggf Problem: Mensch macht ansonsten gute Arbeit in der Fachschaft
      • Einwand: andere Menschen, die auch gute Arbeit machen, möchten sich dem nicht aussetzen. Entweder gehen die einen, oder es gehen die anderen.
    • juristische Lage (Hausrecht) nur im äußersten Randfall relevant, im Normalfall sollte der Konsens der Gruppe ausreichen
      • Alternative: die Gruppe selbst verlässt den Raum
    • ggf Problem: Was, wenn man in einer Sitzung ist und die Person ein Mandat hat/stimmberechtigt ist?
      • ggf in Satzung verankern, dass bei grobem Fehlverhalten Stellvertreter*in nachrücken kann

Umsetzung[Bearbeiten]

  • Informationsangebote schaffen (Texte/FAQ, in Papierform oder auf der Website/im Wiki)
  • Vertrauensperson, oder zwei, oder Vertrauensrat?
    • Leute trauen sich ggf nicht alleine, problematisches Verhalten in der großen Gruppe anzusprechen, Vertrauensperson kann dies mit ihnen oder für sie tun
    • Leute haben ggf. Gesprächsbedarf, den von Diskriminierung Betroffene in dem Moment nicht stillen wollen (wollen nicht dieselbe Diskussion zum 50. Mal führen)
  • Vorzimmer vor dem Fachschaftsraum, wo Leute, die aus dem stressigen Alltag kommen, kurz "runterkommen" können
    • einem Bericht nach half dieses Zimmer gegen das Problem, dass Personen aus Müdigkeit/Stress in den ersten 5 Minuten unbedachte Äußerungen machen und die Situation danach eskaliert
  • Stimmung/Umgebung schaffen, die klar macht, dass Diskriminierung nicht akzeptiert ist (siehe Signalisierung)

Signalisierung[Bearbeiten]

  • wichtig, um das Gefühl zu haben, dass man den Rückhalt in der Gruppe hat
  • Vertrauensperson
  • Schild an der Tür
  • Wandzeitung im Raum
    • möglichst niederschwellig, nicht zu ausschweifend
    • Fachbegriffe vermeiden bzw erklären
  • FAQ im Wiki
  • Plakatierung
    • gewünscht: Austausch von Plakaten (Fotos aus der FSInf der TU Wien)
    • Sinfest-Comics!
  • Kreative Hacks
    • Beispiel: neben Playboy-Kalender einen Playgirl-Kalender gehängt, nach einem Tag hingen beide nicht mehr
    • gewünscht: Beispiele sammeln
  • Rote/Gelbe Karten
    • Anwendung im Plenum o.ä.
    • gelbe Karte hochhalten/verteilen = grenzwertige Äußerung / "Denk noch mal drüber nach"
    • rote Karte hochhalten/verteilen = "Du hast mich verletzt" / "Das war eindeutig nicht okay"
    • damit kann relativ niederschwellig signalisiert werden, ohne dass der Redebeitrag gleich unterbrochen wird
    • schafft Umgebung, in der das Problem dann angesprochen werden kann
    • wurde auch schon auf Konferenzen benutzt (zB Defcon), um Menschen zum Nachdenken anzuregen, ohne eine große Diskussion starten zu müssen


Ausgelagerte Themen[Bearbeiten]

wurden nicht weiter diskutiert

  • Analyse konkrete Fachschaften
  • "Ist Gruppe xy marginalisiert?"
  • Wie geht man mit Trollen um, d.h. Leuten, die den Raum extra wegen "Safe Space" betreten, um ihn zu stören?